Clubgeschichte

Die Anfänge des RRCÖ

 

(verfasst von Hans Leo Ertl, dem Gründer und ersten Obmann des RRCÖ, verstorben 2002)

 

Nachdem in den 50er-Jahren der österreichische Graf Althan bei seiner Rückkehr nach Schloss Zwentendorf, Niederösterreich, aus Rhodesien ein Ridgebackpaar mitgebracht hatte, kam es auf dem Schlossbesitz durch Jahre hindurch zu Ridgebackwürfen.

 

Diese wurden, obwohl während dieser Zeit sogar noch der eine oder andere Ridgeback aus England nachgeschafft wurde, nicht im Zuchtbuch eingetragen und auch die Welpen wurden nicht an reguläre, anerkannte Züchter weitergegeben, sondern mehr oder minder im jagdlichen Freundeskreis oder im weiteren Ortsbereich.

 

Damit ist die Rasse nach wahrscheinlicher Bereicherung der im Umkreis befindlichen Jäger- und Bauernhunde schließlich völlig versandet. Das war also noch keine wirkliche Ridgebackzucht in Österreich, sondern kann nur als Vorspiel betrachtet werden.

 

Im Jahr 1975 kam das Ehepaar Nalepka aus der Republik Südafrika nach Österreich zurück, nachdem Hr. Nalepka einige Jahre im Aufbau eines Stahlwerkes in der Nähe von Johannesburg gewirkt hatte. Die Familie Nalepka bezog mit Kindern und einem Rhodesian Ridgeback, den sie bereits in Pretoria im Haus gehalten hatte, ihren Wohnsitz in Niklasdorf bei Leoben, Steiermark. Dieser Ridgeback, HUNTERIDGES AMADEUS, wurde im Österreichischen Hundezuchtbuch als RhR 1 eingetragen.

 

Zwei Jahre später ließ Fr. Nalepka unter Inanspruchnahme ihrer persönlichen Bekanntschaft mit Fr. Laurie Venter und anderen südafrikanischen Züchtern eine Champion-Hündin aus Südafrika nach Österreich einfliegen.

 

Lalela hatte in Südafrika bereits einen Wurf gehabt und war einige Wochen vor dem Abflug neuerlich von dem dort verbliebenen Rüden Glenaholm Yuma erfolgreich gedeckt worden. Diese trächtige Hündin wurde Anfang Oktober 1977 auf der Internationalen Hundeausstellung Tulln zugleich mit Amadeus ausgestellt. Beim Rundgang durch das Ausstellungsgelände fielen die beiden Ridgebacks meiner Frau und mir durch die Schönheit und ihr überlegenes, ruhiges Verhalten gegenüber der Hektik der anderen Hunde so positiv auf, dass wir mit Fr. Nalepka ins Gespräch kamen. Als wir erfuhren, das die Hundin im Laufe der nächsten Wochen werfen sollte, beschlossen wir sofort den Kauf eines weiblichen Welpen.

 

Wenige Wochen nach dem am 25.10.1977 erfolgten Wurf, fuhr ich mit einem langjährigen erfahrenen Boxer-Züchter als Berater nach Niklasdorf, um mir mit seiner Hilfe einen Welpen aus dem Wurf auszusuchen. Der Eindruck sowohl der Welpen, als auch der beiden erwachsenen Hunde war so stark, dass auch mein Begleiter, Hr. Karl Wadsak, sich zum Kauf eines weiblichen Welpen entschloss.

 

Im Gespräch mit Fr. Nalepka kamen wir zum festen Entschluss, diese seltenen Hunde nicht ohne eine intensive, rassemäßige Betreuung etwa anderen Clubs „anhängen“ zu lassen, sondern sofort für die Gründung eines Ridgeback Clubs entsprechende Schritte zu unternehmen. Der Club wurde also Anfang 1978 vereinsgesetzlich gegründet und als Verbandsmitglied in den Österreichischen Kynologenverband aufgenommen, wobei Präsident Hiedl uns die Ehre erwies, das Ehrenpräsidium des Clubs zu übernehmen.

 

Im Jahre 1978 folgte im Zwinger Mtubatuba (Fr. Nalepka) der zweite in Österreich fallende Wurf von RhR 1 Amadeus und RhR 2 Lalela. Den dritten österreichischen Wurf lieferte dann meine Hündin „Mtubatuba´s Alpha“ RhR 8 im Jahr 1979 unter dem Zwingernamen „von Noricum“. Die nächsten Würfe kamen aus Karl Wadsaks Zwinger „von der Ybbstalheide“ von seiner Hündin „Mtubatuba´s Abdula“ RhR 9.

 

Dies war also der Beginn der regulären Rhodesian Ridgeback- Zucht in Österreich.